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Maulbeerblatt-Studien im Check: Was die Forschung wirklich zeigt

Zu Maulbeerblatt gibt es inzwischen mehr klinische Daten als zu den meisten anderen Pflanzenstoffen rund um den Blutzucker. Dieser Beitrag ist unser ehrlicher Überblick über die Maulbeerblatt-Studien - inklusive der Punkte, die gegen eine Überschätzung sprechen. Den Mechanismus dahinter haben wir im Beitrag 1-DNJ erklärt beschrieben.

Die Dosis-Wirkungs-Studie aus Oxford (2024)

37 gesunde Erwachsene, doppelblind, placebokontrolliert, Crossover. Sie bekamen 200, 225 oder 250 mg eines auf 5 % 1-DNJ standardisierten Extrakts vor Weißbrot mit Ei. Alle drei Dosen senkten die Glukosefläche über zwei Stunden um 30 bis 33 % und die Insulinfläche um 31 bis 38 % gegenüber Placebo. Einordnung: methodisch sauber, aber vom Hersteller des Extrakts finanziert - das ist üblich, sollte aber mitgelesen werden.

Die Dosisstudie aus Japan (2011)

Zwei Teile: Zwölf Personen mit erhöhtem Nüchternzucker bekamen 3, 6 oder 9 mg 1-DNJ vor 200 g Reis - der Anstieg wurde dosisabhängig gedämpft. Über zwölf Wochen mit 76 Personen verbesserte sich ein Marker für die Glukose nach dem Essen, HbA1c und Nüchternzucker blieben aber unverändert. Einordnung: Maulbeerblatt wirkte in dieser Studie auf die Mahlzeit, nicht auf den Langzeitwert.

Prädiabetes: Vier Wochen aus Korea (2015)

Eine randomisierte Studie mit 36 Personen mit Prädiabetes untersuchte über vier Wochen, wie ein Maulbeerblatt-Extrakt die Glukoseantwort nach dem Essen beeinflusst. Die Autorinnen und Autoren berichten eine Verbesserung der postprandialen Glukoseantwort. Einordnung: Die Studie ist klein und kurz. Sie passt zu den übrigen Daten, ersetzt aber keine großen Langzeitstudien.

Typ-2-Diabetes mit Chrom (2023)

30 Personen mit Typ-2-Diabetes, Crossover, finanziert von Nestlé Health Science. 250 mg Maulbeerblattextrakt mit Ballaststoff, Vitamin D und Chrom senkten die Glukosefläche nach dem Frühstück um 20 % in der ersten und 15 % in der dritten Stunde. Einordnung: eine der wenigen Studien bei diagnostiziertem Diabetes - und die Kombination mit Chrom ist genau die, die wir bei Suxero® gewählt haben. Das Präparat der Studie war aber ein anderes.

Zwei Wochen mit Glukosesensor (2025)

31 Personen tranken zwei Wochen Maulbeerblatt-Tee vor den Mahlzeiten, gemessen mit CGM. Die Schwankungsbreite der Glukose sank, Unterzuckerungen traten nicht auf, Leber- und Nierenwerte blieben unauffällig. Einordnung: wichtig für die Frage der Sicherheit im Alltag, aber nur zwei Wochen lang.

Was die Meta-Analysen sagen

Die Zusammenfassung aus 13 randomisierten Studien (2017) kommt zum gleichen Schluss wie die Einzelstudien: Maulbeerpräparate senken den Blutzucker 30, 60 und 90 Minuten nach dem Essen, ohne Nüchternzucker, HbA1c oder Blutfette zu verändern; schwere Nebenwirkungen wurden nicht berichtet. Eine weitere Meta-Analyse (2022) betrachtete Glukose und Insulin nach der Mahlzeit. Eine neuere Meta-Analyse aus 15 Studien mit 1.202 Teilnehmenden (2025) sieht zusätzlich Effekte auf Nüchternglukose und HbA1c - interessanterweise stärker bei Dosen unter 500 mg pro Tag. Die Studien in solchen Zusammenfassungen sind allerdings sehr unterschiedlich in Präparat, Dosis und Dauer.

Wie man Studien zu Pflanzenstoffen liest

Drei Fragen helfen bei der Einordnung: Wer hat die Studie bezahlt? Wie viele Menschen und wie lange? Und: Wurde das Präparat verwendet, das man tatsächlich kauft? Bei Maulbeerblatt-Studien sind Gruppen oft klein, Laufzeiten kurz und Extrakte unterschiedlich standardisiert. Wir geben deshalb bei jeder Studie Teilnehmerzahl, Dosis und Finanzierung an. Mehr dazu findest du auf unserer Seite Forschung.

Was wir daraus ableiten - und was nicht

Die Datenlage deutet auf eine Wirkung auf den Blutzucker nach der Mahlzeit hin, dosisabhängig ab etwa 6 mg 1-DNJ, bei guter Verträglichkeit in den Studien. Sie stützt keine Aussage über Langzeitwerte, kein Abnehmversprechen und keinen Ersatz für Medikamente. In der EU ist für Maulbeerblatt keine gesundheitsbezogene Angabe zugelassen - deshalb steht auf Suxero® nur der Chrom-Claim. Mehr zum Hintergrund auf der Seite Wirkung und zum Präparat auf der Seite Suxero®.

Fazit

Maulbeerblatt ist kein Trend ohne Substanz, sondern ein Pflanzenstoff mit randomisierten Studien, Meta-Analysen und Sensordaten. Wer die Grenzen kennt - Mahlzeit statt Langzeitwert, Ergänzung statt Therapie - kann die Ergebnisse realistisch einordnen.

Häufige Fragen

Wie gut sind die Maulbeerblatt-Studien?

Es gibt mehrere randomisierte, placebokontrollierte Studien und Meta-Analysen. Die Qualität ist unterschiedlich, viele Studien sind klein, kurz und herstellerfinanziert. Das schmälert die Aussagekraft, ohne die Ergebnisse wertlos zu machen.

Gelten die Ergebnisse auch für Suxero®?

Nicht direkt. Die Studien wurden mit anderen Extrakten und Dosierungen durchgeführt. Sie zeigen, was mit Maulbeerblatt-Extrakten untersucht wurde, und sind kein Nachweis für ein bestimmtes Produkt.

Kann ich Maulbeerblatt zusammen mit Diabetes-Medikamenten nehmen?

Das solltest du vorher mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder der Apotheke besprechen. Nimm keine Medikamente auf eigene Faust ab oder aus, und nutze Nahrungsergänzung nie als Ersatz für eine Therapie.

Hinweis: Nahrungsergänzungsmittel, kein Arzneimittel. Für Maulbeerblatt/Berberin ist in der EU keine gesundheitsbezogene Angabe zugelassen; Chrom trägt zur Aufrechterhaltung eines normalen Blutzuckerspiegels bei. Studien zu anderen Präparaten lassen sich nicht direkt auf Suxero® übertragen.

Quellen: Thondre PS et al. Mulberry leaf extract improves glycemic and insulinemic responses to a full meal in healthy adults. Nutrients 2024. doi.org/10.3390/nu16111670 · Asai A et al. Effect of mulberry leaf extract with enriched 1-deoxynojirimycin content on postprandial glycemic control. J Diabetes Investig 2011. doi.org/10.1111/j.2040-1124.2011.00101.x · Kim JY et al. Mulberry leaf extract improves postprandial glucose response in prediabetic subjects. J Med Food 2015. doi.org/10.1089/jmf.2014.3160 · Mohamed M et al. Diabetes Ther 2023. doi.org/10.1007/s13300-023-01379-4 · Shinkawa Y et al. Nutrients 2025. doi.org/10.3390/nu17142308 · Phimarn W et al. Eur J Nutr 2017. doi.org/10.1007/s00394-016-1197-x · Jeong HI et al. Meta-Analyse zu Maulbeerblatt und postprandialer Glukose/Insulin. 2022. doi.org/10.1155/2022/9282154 · Yu JT et al. Int J Mol Sci 2025. doi.org/10.3390/ijms26178380