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1-DNJ erklärt: Wie Maulbeerblatt die Zuckeraufnahme bremst

Hinter dem sperrigen Namen 1-Desoxynojirimycin - kurz 1-DNJ - steckt ein einfaches Prinzip. Dieser Beitrag erklärt, was der Stoff im Körper tut, warum die Dosis zählt und wo die Grenzen liegen. Er baut auf dem Auftakt unserer Reihe auf, in dem wir die weiße Maulbeere vorgestellt haben.

Ein Zucker-Doppelgänger

Kohlenhydrate aus Brot, Reis oder Nudeln kommen als lange Ketten im Dünndarm an. Bevor sie ins Blut gelangen können, müssen Enzyme - die sogenannten α-Glucosidasen - sie in einzelne Zuckermoleküle zerlegen. 1-DNJ sieht einem dieser Zuckermoleküle so ähnlich, dass die Enzyme es binden, ohne es spalten zu können. Solange 1-DNJ das Enzym besetzt, kann es keinen echten Zucker verarbeiten. Fachleute sprechen von einem α-Glucosidase-Hemmer.

Was das für die Mahlzeit bedeutet

Die Kohlenhydrate verschwinden dadurch nicht - sie werden langsamer aufgeschlossen. Ein Teil wandert weiter in tiefere Darmabschnitte, wo er später oder von Darmbakterien verwertet wird. Der Zucker gelangt also über einen längeren Zeitraum und flacher ins Blut. Genau diesen Effekt haben Forschungsgruppen in Japan, Korea, Großbritannien und Thailand in Studien gemessen. Warum der Anstieg nach dem Essen überhaupt eine Rolle spielt, erklären wir im Beitrag Blutzucker nach dem Essen.

Was die Forschung zu 1-DNJ zeigt

Schon 2007 untersuchte ein japanisches Team um Kimura ein an 1-DNJ angereichertes Maulbeerpulver und fand, dass es den Anstieg des Blutzuckers nach einer Mahlzeit beim Menschen gedämpft hat. 2011 prüften Asai und Kollegen in Japan einen Extrakt mit angereichertem 1-DNJ in drei Dosierungen (3, 6 und 9 mg 1-DNJ) und beobachteten eine dosisabhängige Dämpfung. Eine chinesische Arbeitsgruppe zeigte 2018, dass ein Maulbeerblatt-Extrakt den glykämischen Index von vier verbreiteten Kohlenhydratquellen senkte. Einordnung: Das sind Studien zu jeweils eigenen Präparaten und mit begrenzten Teilnehmerzahlen. Sie zeigen, dass der Mechanismus beim Menschen messbar ist, sie sind aber kein Wirkversprechen für ein bestimmtes Produkt. Einen ausführlichen Überblick geben wir im Beitrag Maulbeerblatt-Studien im Check.

Warum die Standardisierung zählt

Der 1-DNJ-Gehalt von Maulbeerblättern schwankt stark - je nach Sorte, Erntezeit und Blattalter. Junge Blätter aus dem Sommer enthalten am meisten, wie ein japanisches Team bereits 2007 zeigte. Deshalb ist bei einem Präparat die Angabe „Maulbeerblatt“ allein wenig aussagekräftig; entscheidend ist, wie viel 1-DNJ tatsächlich drin ist. Suxero® verwendet einen auf 5 % 1-DNJ standardisierten Auszug - 300 mg pro Dosis, also 15 mg 1-DNJ. In den genannten Studien wurden je nach Präparat Mengen von wenigen Milligramm bis rund 12 mg 1-DNJ pro Mahlzeit untersucht.

Timing ist alles

Weil 1-DNJ im Dünndarm während der Verdauung wirkt, muss es dort sein, wenn die Kohlenhydrate ankommen. Deshalb wird Maulbeerblatt in den Studien kurz vor der Mahlzeit eingenommen - nicht morgens nüchtern und nicht abends vor dem Schlafen. Daher unser Merksatz: Erst Suxero®. Dann essen.

Die Grenzen

1-DNJ wirkt auf Zucker, der erst gespalten werden muss - Stärke, Saccharose, Maltose. Reine Glukose, etwa aus Traubenzucker oder vielen Sportgetränken, braucht kein Enzym und wird kaum beeinflusst. Und: Ein Nahrungsergänzungsmittel ersetzt weder Ernährung noch Medikation. Wer blutzuckersenkende Medikamente nimmt, spricht die Einnahme mit Arzt, Ärztin oder Apotheke ab.

Fazit

1-DNJ ist ein Zucker-Doppelgänger, der die Verdauungsenzyme im Dünndarm bremst und so den Zuckeranstieg nach der Mahlzeit abflachen könnte. Die Dosis und der Zeitpunkt entscheiden - standardisiert und vor dem Essen. Mehr zum Hintergrund findest du auf unserer Seite Wirkung, zum Präparat auf der Seite Suxero®.

Häufige Fragen

Was bedeutet 1-DNJ eigentlich?

Die Abkürzung steht für 1-Desoxynojirimycin, einen Pflanzenstoff, der unter anderem im Maulbeerblatt vorkommt. Chemisch gehört er zu den sogenannten Iminozuckern, also zuckerfähnlichen Molekülen.

Wirkt 1-DNJ auch bei Traubenzucker?

Kaum. Traubenzucker besteht bereits aus einzelnen Zuckermolekülen und muss nicht mehr gespalten werden. 1-DNJ setzt aber genau bei diesem Spaltungsschritt an und ist deshalb bei Mahlzeiten mit Stärke oder Haushaltszucker interessanter.

Wann nehme ich ein Präparat mit 1-DNJ ein?

In den Studien wurde 1-DNJ kurz vor der Mahlzeit eingenommen. Bei Suxero® lautet die Empfehlung: 15 ml kurz vor der Hauptmahlzeit. Bei Diabetes oder blutzuckersenkenden Medikamenten sprich die Einnahme vorher mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder der Apotheke ab. Nicht für Schwangere, Stillende und Kinder.

Hinweis: Nahrungsergänzungsmittel, kein Arzneimittel. Für Maulbeerblatt ist in der EU keine gesundheitsbezogene Angabe zugelassen; Chrom trägt zur Aufrechterhaltung eines normalen Blutzuckerspiegels bei.

Quellen: Kimura T et al. Food-grade mulberry powder enriched with 1-deoxynojirimycin suppresses the elevation of postprandial blood glucose in humans. J Agric Food Chem 2007. doi.org/10.1021/jf062680g · Asai A et al. Effect of mulberry leaf extract with enriched 1-deoxynojirimycin content on postprandial glycemic control. J Diabetes Investig 2011. doi.org/10.1111/j.2040-1124.2011.00101.x · Wang R et al. Mulberry leaf extract reduces the glycemic indexes of four common dietary carbohydrates. Medicine 2018. doi.org/10.1097/MD.0000000000011996

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